Anleitung Ruderblattherstellung

Herstellung eines Ruderblattes


Auch auf der Diabolo-Jollenkreuzer Seite unter: http://www.diabolo-klasse.de/ruder.htm finden Sie einen schönen Artikel zum Bau eines Ruderblattes aus Holz.
Interessant für den Bau von Sandwichruderblättern oder Schwertern ist der letzte Teil: Laminieren. Natürlich braucht man einen Laminatplan und mehr Gewebe und Gelege als beim Überlaminieren eines Holzkerns aber das Prinzip bleibt das gleiche.

Ruderblätter, egal ob bei Jollen oder Yachten, sollen möglichst steif und vibrationsarm, gleichzeitig aber auch sehr leicht sein. Da jede Yacht nur maximal zwei Ruder hat, kann den Ruderblättern erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden, zumal es hier besonders "darauf ankommt". Eine schnelle Methode zum Bau von ein oder zwei Blättern (one-offs) ist nachfolgend beschrieben:

Zunächst werden Sektionen des Profils etwa alle 25cm von der Zeichnung abgenommen und aufgezeichnet. Danach werden die Sektionen um den Betrag des späteren Decklaminates vergrößert. Von diesen Zeichnungen nimmt man Negativ-Halbschablonen des Profils aus Lexan oder Blech ab. Dabei ist es wichtig, dass die Schablonen an den Enden des Profils jeweils eine ca. 3-4cm lange, waagerechte Auflagefläche sowie eine gerade Centerline haben, damit sie später genau angelegt werden können. Nach diesen Schablonen schneidet man jetzt pro Blatt und Sektion je zwei 6-10mm Sperrholz-"Spanten" aus, die im definierten Abstand auf eine vorher genau waagerecht ausgerichtete Helling geklebt werden. Als Helling eignet sich eine einfache Spanplatte, die mit Tesapackband beklebt und 2-3x mit Trennwachs behandelt wird, damit sich die Spanten später wieder lösen. Um auch die verjüngten Randbereiche des Ruders bearbeiten zu können, sollte die Helling auf die genaue Kontur des Blattes ausgeschnitten und auf zwei Blöcken in angenehmer Arbeitshöhe befestigt werden.

Die Rücken dieser Sperrholzspanten werden nun mit schwarzer Farbe angemalt, damit sich beim späteren bearbeiten Schleifspuren deutlich abzeichnen. Jetzt werden in die Zwischenräume CoreCell A500 oder T500 (ca. 92 kg/cbm) Schaumplatten geklebt, die immer etwas über die Spanten hervorstehen. So entsteht eine Art Pyramide, also ein vieleckiges, halbes Ruderblatt. Die Bereiche höchster Belastung (z.B. Austritt aus dem Ruderkopf oder Umgebung der Ruderwelle) werden mit druckfesterem CoreCell Schaum A600/T600 oder mit Sperrholz ausgefüllt, um die höheren Scherkräfte aufzunehmen.

Als nächstes wird, zunächst mit dem Surfform- oder Elektrohobel, später mit einem langen Schleifbrett, aus der Pyramide ein halbes Ruderblatt geshaped. Dabei dienen die Rücken der Spanten als Tiefenmaß; wo die schwarze Farbe Kratzer bekommt, darf nicht mehr geschliffen werden! Wichtig ist die Länge des Schleifbrettes, es muss den Spantenabstand von 25cm gut überspannen. Schleifmaschinen eignen sich nicht besonders, meistens verdirbt man damit nur die Form, weil man kein Gefühl für den Abtrag hat.

Wenn die Form stimmt, kann das Decklaminat aufgebracht werden. Bei der korrekten Dimensionierung sind Strukturingenieure von GURIT oder anderen Spezialfirmen sicher gern gegen Entgeld behilflich. Die von uns gemachten Angaben betreffend Dimensionierung beruhen auf Erfahrung. Im Gegensatz zu Ingenieurbüros haften wir nicht für die meist unendgeldlich gemachten Angaben. Mit Ampreg20 Epoxy und Unidirektionalgelegen werden höchste Festigkeitswerte auch im Handlaminat erreicht. Die beiden Blatthälften werden nach vollständiger Aushärtung von der Helling gelöst und umgedreht. Um sie vernünftig lagern zu können, sind die Reste von den ausgeschnittenen Spanten als provisorische Helling sehr hilfreich. In dieser Position können nun ggf. die Vertiefungen für die Welle bzw. Einsätze für Sperrholzeinlagen im Bereich der Beschläge ausgearbeitet werden. Im Bereich der Hinter- und Vorderkante wird der Schaum mit einem Stecheisen auf ca. 2-3cm entfernt und durch eine Epoxy/Mikrofaser-Mischung ersetzt, damit Kollisionsschäden vermieden werden.

Zuletzt können die beiden Hälften mit einer Epoxy/Mikrofaser-Mischung oder mit SP340 zusammengeklebt und gespachtelt/lackiert werden. Es empfiehlt sich, die Vorderkante mit einem dünnen Glasgewebe überzulaminieren, damit sie nicht aufplatzen kann. Beim Zusammenkleben auf genaue Ausrichtung achten, damit aus dem Ruder keine Banane wird!