America's Cup

Aktuelle Meldung zum America's Cup 2007:
GER-89: Highspeed durch Hightech
GER-89, brand new boat of the German America's Cup challenger: United Internet Team Germany, in front of the team base. Valencia, 8 August 2006. Photo by Pierre Orphanidis / Valencia Sailing
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http://www.valenciasailing.blogspot.com/

Bau der America’s Cup-Yacht läuft in Kiel auf Hochtouren
Die offizielle Segelnummer ist gelüftet, aber das Design noch nicht. Ein Netzwerk von Konstrukteuren, Ingenieuren und Bootsbauern arbeitet derzeit mit Hochdruck an der ersten deutschen America’s Cup-Yacht. Der rund 26 Meter lange und etwa vier Meter breite Cupper entsteht auf der Kieler Werft Knierim-Yachtbau und soll dem United Internet Team Germany 2007 beim 32. America’s Cup in Valencia/Spanien zum Erfolg gereichen. Modernste Techno- logien werden eingesetzt, um Höchst- geschwindigkeit auf dem Wasser zu erzielen. Im April soll das Boot schwimmen und erstmals ein Großsegel mit der Nummer GER-89 gesetzt werden, die ein neues Zeitalter in der noch jungen deutschen Geschichte bei der ältesten Sporttrophäe der Welt einläutet.
„Wir sind im Zeitplan“, signalisiert der technische Direktor im United Internet Team Germany, Eberhard Magg aus Kressbronn, „im Frühjahr kann die Yacht getestet werden.“ Bis dahin hat seine Mannschaft allerdings noch alle Hände voll zu tun. Während das Team sich noch bis Sonntag (29. Januar) in Halle 6 auf der 37. internationalen Wassersportmesse boot in Düsseldorf präsentiert, wird in der Werfthalle am Nord-Ostsee-Kanal die Rumpfschale laminiert; das Deck ist schon fertig.
Zuvor hatte das zehnköpfige Designteam um den Leiter Axel Mohnhaupt (Berlin), zu dem unter anderem der renommierte Konstrukteur Fietje Judel aus Bremerhaven gehört, mit aufwändigen Computerberechnungen 70 verschiedene Rumpfformen entwickelt, aus denen die – hoffentlich – schnellsten Linien zum Bau ausgewählt wurden. Die Münchener Firma „ISKO“ lieferte numerische Strömungssimulationen, im Fachjargon CFD (Computational Fluid Dynamics). Diese Rumpfform wurde mit einer gigantischen Fünf-Achs-Fräse millimetergenau aus einem Stück Schaumstoff ausgefräst. Auf den Block laminierten die Bootsbauer zunächst eine Negativschale aus Karbon, in die hinein erst die endgültige Rumpfschale laminiert wurde.
„So sparen wir überflüssiges Rumpfgewicht durch Spachtelmasse“, erklärt Werftchef Gunnar Knierim, „das ist State of the Art“, ergänzt Geschäftsführer Steffen Müller. Nach jeder Lage des pechschwarzen Kohlefasergeflechts, das in verschiedenen Dicken in wechselnden Richtungen zueinander aufgelegt wird, kommt die Außenschale in einen überdimensionalen Ofen, wo sie „gebacken“ und damit besonders effizient ausgehärtet wird. Derzeit wird die Mittelschicht, ein Wabengelege aus Spezialpapier, einlaminiert, bevor die Innenschicht erneut aus Kohlefaser folgt. Anschließend kommen die Strukturen (Schotten und Kielaufhängung) in den Rumpf, die für die Festigkeit sorgen. Alles ist besonders leicht bei maximaler Steifigkeit. Dafür sorgt die Züricher Firma „even“, die in der Formel eins des Motorsports zuhause ist. Bis zu 22 Mann hat Knierim im Einsatz, AC-Bootsbau ist viel Handarbeit.
„Das sind alle Künstler“, lobt Mohnhaupt das sorgfältige Vorgehen des internationalen Bautrupps, dessen Ziel es ist, die Vorgaben der Konstruktionszeichnungen exakt zu erfüllen. Denn wenn sich dann niemand verrechnet hat, soll der deutsche Cupper richtig schnell werden. Bootsdesign wäre jedoch zu einfach, stünde nicht hinter jeder Form auch ein komplexes Gesamtkonzept, zu dem Kiel, Ruder, Mast und Segel sowie viele auch kleinere Details gehören. „Ein einigen Punkten rechnen wir noch“, so Mohnhaupt, im Großen und Ganzen sei GER-89 jedoch geplant. Die Vorgaben macht das 58 Seiten starke Regelwerk des America’s Cup Managements, das für den nächsten Cup nur noch Boote der sogenannten Version 5 zulässt. Sie enthält im Vergleich zum 31. AC verschärfte Eckdaten, die alle Boote ähnlicher machen. Dennoch bleibt das Design ein wohl gehütetes Geheimnis, der keiner der elf Herausforderer vom Schweizer Cupverteidiger Alinghi will sich frühzeitig in die Karten schauen lassen. Obwohl das vorgegebene Korsett eng ist, sind die meisten technischen Daten nur ungefähre Werte. Ein America’s Cupper darf maximal 24 Tonnen und neun Kilogramm wiegen, wobei Letztere nur die Messtoleranz der Waage widerspiegeln. Je nachdem wie leicht das gesamte Boot über Wasser am Ende wird, hängen knapp 20 Tonnen als Ballast in der Kielbombe, die 4,10 Meter tief ins Wasser reicht. Der Mast, der mindestens 750 Kilogramm wiegen muss, ragt dann rund 33 Meter in die Höhe. Seine Konstruktion wird vom Germanischen Lloyd (GL) in Hamburg berechnet. Er entsteht bei den speziellen Mastenbauern von „Formula Spars“ im englischen Lymington. „Wir erreichen einen hohen Stand der Technik“, verspricht Mohnhaupt, etwas Revolutionäres sei ohnehin nicht zu erwarten. Schon die Vorregatten im Jahr 2005, als die alten Cupper zur Version 5 umgebaut waren, hätten gezeigt, wie erstaunlich gleich schnell auch unterschiedliche Rumpfformen gesegelt seien. Indes werde sich das Modell GER-89 selbst für Laien auf den ersten Blick von der Trainingsyacht GER-72 unterscheiden. Sobald Rumpf und Rigg (Mast mit allen Verstrebungen) fertig sind, rückt das Segeldesign in den Mittelpunkt. Konnte bis dahin alles nur theoretisch berechnet werden, werden die ersten Tests auch zur praktischen Weiterentwicklung genutzt, um die optimale Konfiguration herauszufinden. Auch die Segelflächen haben dabei vorgeschriebene Maße. So umfasst die Gesamtsegelfläche am Wind zirka 320 Quadratmeter, wovon das Großsegel rund 215 Quadratmeter ausmacht. Ein Spinnaker zieht die AC-Yachten auf Vorwindkurs mit einer Segelfläche von etwa 510 Quadratmetern.
Hier die bisher eingesetzte GER-72:

Technische Daten der "GER-72":
Baujahr 2002
Werft Tencara (I)
Design Giovanni Ceccarelli
Länge über alles 26 Meter
Breite 4 Meter Tiefgang 4,10 Meter
Masthöhe 33 Meter
Segelfläche am Wind 320 Quadratmeter
davon Großsegel 215 Quadratmeter
Spinnaker 510 Quadratmeter
Gesamtgewicht max. 24 Tonnen
Kielballast 19 Tonnen
Crewgröße 17 Personen + 1 Gast
Der neuseeländische Marinemaler, Jim Bolland (besuchen Sie seine Seite www.jimbolland.co.nz) hat zusätzlich zu seinen hervorragenden Bildern einen kleinen Text verfasst, der die diversen neuseeländischen Herausforderungen sensibel und mit Gespür für die Anstrengungen beschreibt, die notwendig sind um den Sieg zu erringen. Empfehlen Sie diesen Link weiter an alle UITG Fans, die zu hohe Erwartungen an unser deutsches Team haben: Hier zum Text.
Auf der offizielle Internetseite des America's Cup:http://www.americascup.com/en/newsletter/003/newsletter03.html findet man einige Neuigkeiten zu den Trainingstagen in der Nähe von Valencia.

Der so genannte «Golf von Valencia» ist zwar kein echter Golf, aber die Küstenparallele ohne Strömungen, Ebbe oder Flut, ohne Felsen, aber mit vorzüglicher Sicht und Tiefgang garantiert ein ideales Segelwetter mit 90 Prozent Sonnenschein im Jahr und einer durchschnittlichen Lufttemperatur von 17° Celsius.
Die Regattafelder können in ausreichender Zahl sowohl nördlich wie südlich des sehr sauberen Hafens, in Sichtlänge entlang von leicht zugänglichen populären Badestränden bis auf die Höhe der geschützten Lagune Albufera (arabisch «das kleine Meer») mit seinen Reisfeldern, eingerichtet werden.
Gemäß statistischen Daten dürfte eine landeinwärts strömende Seebrise für spannende Regatten sorgen. Der Wind wechselt oft die Stärke und auch um einige Grade die Richtung. "Das gibt einer im Hintertreffen liegenden Jacht immer die Chance, mit einer guten Taktik aufzuholen", meinte Alinghi-Sportdirektor Jochen Schümann.
Der «Garbi» - von Konkurrenten als bloße «thermische Brise» deklassiert - aus dem Südosten wechselt mit dem «Garell» aus dem Nordosten, immer in der vom AC vorgegebenen Bandbreite von 6 bis 26 Knoten.
In den letzten zwei Jahren sind nur drei Rennen wegen Windstille abgesagt worden. Notfalls springt der «Tramontana» aus dem Norden ein. Nur im Winter - zwischen Dezember und März - könnte es während der Trainings, die von 2004 bis 2007 dauern, allenfalls einmal eine kleine Flaute geben.
America's Cup Allgemein
http://www.cupineurope.com/LatestNews/LatestNews.htm
http://www.americascup.com/
http://www.americascupnews.com/
http://www.americascup.co.nz/
Teamseiten:
Alle Teamseiten und andere interessante Links erhalten Sie über Mariantic:
http://www.mariantic.co.uk/ac/site/links.asp
Lesen Sie zum Beispiel im BMW ORACLE Blog interessante Internas, Personalstories sowie Rennberichte, die deutlich informativer sind als die überall gleichklingenden Presseartikel, die auf den offiziellen Verlautbarungen basieren. Besuchen Sie: http://bmworacleracing.twoday.net/
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